Schachweltmeister 2018: Magnus Carlsen

Magnus Carlsen gewinnt den Stichkampf um die Weltmeisterschaft gegen Fabiano Caruana in den Schellschach-Partien glatt mit 3:0 und verteidigt damit zum dritten Mal seinen 2013 von Anand eroberten Titel des Schach-Weltmeisters. Am Ende hatten jene Experten recht, die von Anfang an Carlsen in einem Tie-Break als 80:20 Favorit sahen. Wie scheinbar leicht dies heute dem Weltmeister von der Hand ging, kam aber doch überraschend. Dabei konnte sich Caruana in der ersten Partei aus einer schlechten Stellung noch in ein Turmendspiel retten. Im entscheidenen Moment verpasst er aber die Remisfortsetzung und Carlsen gewinnt die erste Partie. In der Pressekonferenz meinte er auf Frage eines Journalisten, dass diese Partie der Schlüssel zum Erfolg war. Danach konnte Caruana unter Siegdruck nicht mehr zulegen. In der zweiten Partie muss er mit Weiß bereits nach 28. Zügen den König umlegen. Die dritte Partie wurde dann praktisch zur Formsache. Carlsen ließ als Anziehender nichts mehr zu und nach ein paar Tempoverlusten verliert Caruana auch noch diese Partie, in der Carlsen wohl auch mit Remis zufrieden gewesen wäre. Das 3:0 ist eine Demütigung im Schnellschach für Caruana, dem Carlsen attestiert im Standardschach sehr, sehr stark zu sein und es verdienen würde, gleich wie er, die Nummer Eins zu sein. Dieses Kompliment des Siegers wird Caruana nicht trösten, aber er war Teil eines historischen Matches, in dem das Niveau unglaublich hoch war. Vielleicht das höchste bisher überhaupt. Die WM in London ist damit zu Ende. Freuen wir uns auf die nächste im Jahr 2020. Vielleicht in Wien… (wk, Foto: World Chess)

 

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